Diversität und Erziehung zuhause, in Kitas und Schulen

Diversität und Erziehung – was in Kinderzimmern, Kitas und Schulen oft fehlt  

Wir befinden uns aktuell im Black History Month, der jedes Jahr im Februar stattfindet, um die Errungenschaften Schwarzer Mitmenschen von damals bis heute zu würdigen. Das ist nur ein Grund von vielen, sich auch in Deutschland für mehr kulturelle Vielfalt einzusetzen, die natürlich das ganze Jahr hindurch wirken sollte. Diversität und Erziehung – was in Kinderzimmern, Kitas und Schulen oft fehlt.

Uns ist es als Eltern sehr wichtig, unseren Kindern kulturelle Offenheit und Neugier zu vermitteln. Wir bemühen uns darum, Rassismen in den Köpfen der Kleinen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei wissen wir, dass wir Großen viel stärker darauf achten müssen, auch im Alltag jegliche Form von Ausgrenzung zu vermeiden und als gutes Vorbild voranzugehen.

Von unseren Kindern über Offenheit lernen

Keine Form von Rassismus ist angeboren. Ganz im Gegenteil sind uns kleine Kinder haushoch überlegen, was den vorurteilsfreien Umgang mit anderen angeht. Erwachsene würden beispielsweise einen Menschen schnell mithilfe dessen Hautfarbe beschreiben, wenn sie den Namen noch nicht kennen.

Kinder achten häufig auf ganz andere Dinge und würden vielleicht eher „das Mädchen mit der Pudelmütze“ oder „der Junge in der roten Jacke“ sagen, ohne überhaupt auf die Hautfarbe zu achten. Vieles, was später zu einer ausgrenzenden Haltung führt, wird erst über die Erziehung der Älteren übertragen.

Aus Büchern über Diversität und Erziehung lernen

Glücklicherweise gibt es inzwischen tolle Bücher, die uns Erwachsenen helfen, eigene Stereotype zu hinterfragen und versteckte Mechanismen der Ausgrenzung zu erkennen und abzulegen. Besonders empfehlenswert ist zum Beispiel das Buch „Exit Racism“ von Tupoka Ogette.

Natürlich werden Kids früher oder später mit Diskriminierung konfrontiert, können damit belastet werden oder andere belasten. Gut, dass es Ratgeber gibt, die erklären, wie wir mit Kindern über Rassismus reden können – etwa „Gib mir mal die Hautfarbe – Mit Kindern über Rassismus sprechen“ von Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar.

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Mehr Diversität für Kinderzimmer, Kitas und Schulen

An den Tischen unserer Kindergärten und Schulen ist kulturelle Diversität längst gelebter Alltag, aber in den Spielkisten, Regalen und Büchern oft noch nicht angekommen. Kinder lernen am besten spielerisch und über Situationen und Medien, die für sie ganz natürlich sind.

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Büchern und Spielzeug, um mehr Diversität in Kinderzimmern, Kitas und Schulen zu bringen. Ältere Kids und Jugendliche können auch in mehr und mehr Hollywood-Filmen Heldinnen und Helden erleben, die verschiedene Herkünfte und Hintergründe repräsentieren.

Bücher für mehr Diversität und gegen Rassismus

Einige schöne und wichtige Bücher, die (auch) Kinder aufklären und mit unterschiedlichen Kulturen in Kontakt bringen, finden sich im folgenden Instagram-Post. Der dazugehörige Account @vielfalt_im_kinderzimmer ist ohnehin sehr zu empfehlen:

 

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Weitere Literatur findet sich beispielsweise auf www.tebalou.de, www.diversity-spielzeug.de und in größeren Buchhandlungen mit den entsprechenden Schlagwörtern. Übrigens gibt es auch tolle Wimmelbücher, die unsere Welt in aller Vielfalt abbilden:

 

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Wenn Kinder selbst aktiv werden – etwa beim Basteln oder Malen – ist Diversität fast noch wichtiger. Hierfür gibt es unter anderem tolle Malbücher und Stifte, deren Farben die vielfältigen Hauttöne der Welt abbilden. So können Kids von Anfang an, ihre Umwelt so malen, wie sie in einer diversen Gesellschaft von heute wirklich ist:

 

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Spielzeug, Diversität und Erziehung

Lange Zeit waren Puppen und Spielzeuge – vor allem in der westlichen Welt – auf eine helle Hautfarbe beschränkt. Kinder, die eine andere Hautfarbe haben, können sich damit weniger leicht identifizieren. Außerdem entspricht diese „Einfarbigkeit“ nicht der bunten Gesellschaft, in der wir heute leben. Inzwischen gibt es zum Glück wunderbare Spielzeuge, die Vielfalt zelebrieren und kulturelles Wissen fördern. Sie finden sich zum Beispiel im Webshop von Tebalou und Little Ashé:

 

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Diese und ähnliche Spielzeuge wie Ratespiele und Puzzles sind nicht nur für Zuhause, sondern auch für Kita und Co. sehr zu empfehlen. In Schulen ist ebenfalls noch viel zu tun. In den heutigen Lehrplänen spielt Interkulturalität noch immer keine wesentliche Rolle. Gleichzeitig werden in vielen Schulbüchern weite Teile außerhalb der westlichen Welt wenig fokussiert und gewertschätzt.

Stimmen der Communitys hören und verstehen

Wer aufgrund seiner Hautfarbe nicht mit Ausgrenzung kämpfen muss, vergisst schnell, wie alltäglich Diskriminierung und Rassismus in Deutschland nach wir vor sind. Auch unzählige Kinder und Jugendliche sind in deutschen Kindergärten und Schulen jeden Tag davon betroffen. Das muss aufhören und es ist in unser aller Verantwortung, dagegen etwas zu tun.

Wir können und sollten jeden Tag darauf achten, dass wir unseren Kindern Offenheit und Akzeptanz positiv vorleben. Das geht bei der Sprache los – Begriffe wie „Eskimo“ oder Lieder wie „Drei Chinesen“ sind nicht mehr zeitgemäß. Darüber hinaus können wir mit Spielzeug-Geschenken oder Literaturvorschlägen mehr Diversität in Kitas und Schulen bringen.

Nicht zuletzt ist es wichtig, den unterschiedlichen (Eltern-)Communitys in Deutschland zuzuhören, die von Rassismus betroffen sind – z.B. im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Foren und Accounts in den sozialen Medien, die wertvolle Learnings bereithalten. Einige sind in der Beschreibung zu diesem Post verlinkt:

 

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Diversität und Erziehung – eure Erfahrungen und Tipps?

Wie sieht es bei euch aus: Achtet ihr auf Diversität im Kinder- und Klassenzimmer? Seht ihr hier positive Veränderungen? Seid ihr mit eurer Familie von Ausgrenzung betroffen? Was wünscht ihr euch, damit ein gutes Miteinander in Vielfalt besser möglich ist? Wir freuen uns auch über weitere Literatur- und Spielzeug-Tipps! 

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Die Autoren

Imke und Jonny

Imke und Jonny sind Eltern von drei Kindern und bloggen auf moderne-familie.de über ihren Lebens- und Familienalltag – vom Windelwechseln über Familienreisen bis hin Erziehungsfragen. Außerdem befassen sich sie sich in Interviews und Fachbeiträgen mit Familienkonzepten im Wandel.

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