Stoffwindeln-Test

Stoffwindeln-Test – meine Erfahrungen mit Windeln waschen statt wegwerfen 

Ja, beim dritten Kind habe ich es mich endlich getraut – ich wickle mit Stoffwindeln. Wir haben schon früher darüber nachgedacht, statt Plastikwindeln lieber die Alternative aus Stoff auszuprobieren. Jetzt endlich nutze ich Stoffwindeln und teile gerne – und ganz ehrlich – meine Erfahrungen. Ich war überrascht vom eigenen Stoffwindeln-Test!

Bereits bei meinen ersten beiden Töchtern nervten uns die Müllberge, die sich teilweise nur wegen ein wenig Babypipi täglich anhäuften. Dennoch konnte ich mich irgendwie noch nicht für Stoffwindeln entscheiden. Zumal ich von vielen Seiten hörte, wie aufwendig es sei und dass letztendlich die Wasserverschwendung das Ganze wenig sinnvoll mache.

Stoffwindeln-Test – meine Erfahrungen seit Januar 2021

Doch im Januar 2021 wollte ich es endlich wissen und kaufte über eBay-Kleinanzeigen vier neue Stoffwindeln inklusive Einlagen – neuwertig und für kleines Geld. Mein persönliches Ziel war es, mindestens die Hälfte des Windelverbrauches einzusparen.

Ich habe One-Size-Windeln gekauft, sodass sie durch ein einfaches Knöpfsystem mitwachsen. Außerdem habe ich im Drogeriemarkt das notwendige Windelfleece besorgt, Hundert Papiertücher auf einer Rolle für 3,95 €. Da meine Tochter von Anfang an recht groß war, konnte ich die Windeln direkt individuell anpassen und los ging es.

Mehr Einlagen nötig, Windelpopo sehr groß

Schnell fiel mir auf, dass ich weitaus mehr Windeleinlagen zum Aufsaugen des Urins brauchte. Also nahm ich alte Spucktücher, faltetet sie und nutzte sie als äußere Einläge unter dem Windelfleece.

So konnte ich Geld sparen und die doppelte Lage saugt sogar noch mehr auf. Allerdings ist dann der Windelpopo so dick, dass einige Bodys nicht mehr schließen. Ich habe nur noch Bodys in Gebrauch, die eine etwas längere Lasche zum Verschließen haben.


Da wir als fünfköpfige Familie in der Regel drei bis vier Maschinen in der Woche waschen, konnte ich die Windeln einfach mitwaschen. Denn ganz ehrlich, frisches Babypipi riecht man kaum und größere Verschmutzungen werden in der Toilette oder mit dem Windelfleece in der schwarzen Tonne entfernt.

Beim Waschen haben wir uns sowieso angewöhnt, den Eco-Waschgang zu wählen. So wäscht die Maschine zwar länger, spart aber Strom und Wasser.

Übergang zu Stoffwindeln – bis auf die Nächte

Ich bin im Alltag zuhause schnell dazu übergegangen, nur noch nachts eine Plastikwindel zu benutzen, auch weil wir dann einfach zu müde zum Wickeln sind. Plastikwindeln halten unserer Erfahrung nach in der Tat länger trocken.

Aber tagsüber die Stoffwindeln zu verwenden, ist überhaupt keine Mehrarbeit. Mich erleichtert es, wenn ich immer nur ein kleines Windelfleece statt einer großen Plastikwindel wegwerfe. Denn das kennen alle Mamas und Papas, die wickeln. Häufig sind die Windeln kaum verschmutzt, aber man möchte das Baby trotzdem lieber frisch wickeln.

Hier macht es viel mehr Sinn, einfach nur das dünne Windelfleece auszuwechseln. Der Müllberg ist damit um einiges kleiner. Je nach Fleece-Sorte oder Arte der Einlage lässt sich noch zusätzlich die Umwelt schonen.

Selbst im Urlaub habe ich die Stoffwindeln mitgenommen, da wir in dem Ferienhaus waschen konnten, im Hotel allerdings müsste man wohl auf Plastikwindeln umstellen.

Stoffwindeln-Test-Ergebnisse – Erfahrungen positiv

Folgende Ergebnisse kann ich nach meinem Stoffwindeln-Test präsentieren.

Kosten: Stoffwindeln sind günstiger

Zwar sind Stoffwindeln in der Erstanschaffung, gerade wenn sie neu sind, recht teuer. Sie zahlen sich aber schon nach einiger Zeit aus. Ich habe weniger als 50 € für vier Windelhosen mit Saugeinlagen bezahlt, da ich sie über eBay gekauft habe.

(Zusätzliche) Einlagen kannst du fast kostenfrei aus alten Spucktüchern oder alten kleine Handtüchern selbst machen. Somit verwertest du auch gebrauchte Tücher weiter und sparst Geld.

Das Windelfleece gibt es schon kostengünstig für rund 4 €. Bei einem Blatt pro Windel würde man mit den knapp 4 € rund 100 Windeln ersetzten. Plastikwindeln kosten je nach Hersteller zwischen 14 und 29 Cent.

Wenn man von einem durchschnittlichen Verbrauch von acht Windeln pro Tag ausgeht, dann gebe ich 32 Cent für Stoffwindeln und 20 Cent für die Nachtwindel (Öko-Wegwerfwindeln) aus. Acht Plastikwindeln würden zusätzlich ca. 1,60 € pro Tag kosten. Somit spare ich jeden Tag mindestens 1,20 €, was im Monat immerhin rund 36 € sind.

Ihr könnt aber nicht nur Geld sparen, sondern auch bezuschusst werden, was richtig toll ist: Einige Städte fördern den Kauf von Stoffwindeln mit Zuschüssen bis zu 300 €. Auf dieser Website erfährst du, ob deine Stadt auch dabei ist: https://deine-stoffwindel.com/staedte-windelzuschuss/

Nachhaltigkeit – jede gesparte Plastikwindel zählt!

Wenn du die Windeln einfach in deiner alltäglichen Wäsche auf 60°C oder bei einer Kochwäsche bei 90°C mitwäschst, entstehen keine großen zusätzlichen Kosten durch mehr Wasserverbrauch. Bei uns funktioniert es gut, da wir – wie erwähnt – drei bis vier Maschinen die Woche waschen.

Wir verteilen die Wäsche meist an verschiedenen Tagen, sodass immer wieder anfallende Windeln nebenbei mitgewaschen werden. Somit liegen die Pipiwindeln nicht lange herum und wir kommen mit dem Vorrat gut aus.

Durch das Windelfleece entsteht deutlich weniger Müll in der schwarzen Tonne, was ich persönlich als angenehm empfinde. In unserer Hausgemeinschaft konnten wir sogar die schwarze Tonne halbieren, was auch noch mal Kosten einsparen kann. Und für die Umwelt ist es sowieso super! Es gibt auch Windelfleece, das besonders nachhaltig ist, was dann aber etwas teurer sein kann.

Wie eingangs erwähnt, war es mir wichtig, zumindest 50% der Plastikwindeln einzusparen. Im Alltag bin ich sogar bei 90%, da ich nur noch nachts mit Plastik wickle. Ich finde es wichtig zu betonen, dass man ja gar nicht komplett auf 100% Stoff umstellen muss.

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Jede Plastikwindel, die man einspart, ist ein Beitrag zur persönlichen Müllreduktion und somit zum Umweltschutz. Und manchmal gibt es eben auch Ausnahmen wie im Hotelurlaub oder bei sehr langen Autofahrten.

Es gibt zwar eine etwas ältere Studie, die besagt, dass die Umweltbelastung bei Plastik- und Stoffwindeln ähnlich groß sei. Dann muss man in meinen Augen aber sehr viel mehr (Stoff-)Einlagen benutzen und/oder täglich nur für die Stoffwindeln die Waschmaschine (und den Trockner?) genutzt haben.

Gesamtfazit – Stoffwindeln-Test lohnt sich

Das Gesamtfazit nach meinem Stoffwindeln-Test lautet daher: Ich bin froh, die Stoffwindeln ausprobiert und damit bei unserer Jüngsten die ersten sieben Monate erfolgreich Geld und Müll eingespart zu haben. Wie das wird, wenn die Maus über ein Jahr alt ist, werden wir sehen.

Mit größerem Kind, mehr Verdauung und mehr Geruchsentwicklung könnten auch Einmalwindeln wieder Vorteile im Alltag haben. Immerhin gibt es jetzt auch schon Öko-Einwegwindeln, die deutlich umweltverträglicher sind als die üblichen Marken im Supermarkt. Das liegt daran, dass sie aus Materialien bestehen, die biologisch besser abbaubar sind.

Jetzt sind wir gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen. Habt ihr auch schon den Stoffwindeln-Test gemacht? Vielleicht schwört ihr schon länger darauf? Welche Hemmungen oder Bedenken habt ihr, falls ihr noch nicht damit gestartet seid? Kombiniert ihr? 

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https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/kinder/stoffwindeln

https://deine-stoffwindel.com/staedte-windelzuschuss/

https://www.ahpma.co.uk/docs/LCA.pdf

Artikelbild: Laura Ohlman / Unsplash

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Die Autoren

Imke

Imke ist Mutter von drei Mädchen im Alter zwischen knapp einem und sechs Jahren. Auf moderne-familie schreibt sie gerne über das Muttersein, Konzepte von moderner Familie, Familienreisen und die heutige Rolle der Frau und Mama.

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