Zweites-Kind-Ja-oder-Nein

Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test – Erfahrungen, Tipps und Entscheidungshilfen

Kinder sind toll, Familie ist wunderbar – daran lässt sich nicht rütteln. Kinder sind aber auch anstrengend, Familienleben ist oft nervenaufreibend und die Partnerschaft der Eltern muss irgendwie gepflegt werden. An dieser Stelle fragen sich Eltern, die schon ein Kind haben, häufig: Möchten oder schaffen wir noch ein zweites? Das Herz sagt vielleicht Ja? Kopf, Konto oder Umfeld vielleicht Nein? Dann kann dieser Artikel hoffentlich etwas weiterhelfen. Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test – Erfahrungen, Tipps und Entscheidungshilfen.

Vor einigen Jahrzehnten war der Druck in der Gesellschaft, Kinder zu bekommen, noch deutlich höher. Ein bestimmten Phasen war es auch üblich oder sozial erwünscht, mehrere Kinder zu bekommen. Die Zeiten haben sich inzwischen geändert und viele Gesellschaften sind offener bzw. zurückhaltender geworden, was das Ideal einer Familie angeht. Auf moderne-familie.de versuchen wir, die Idee einer modernen Familie in allen Facetten wiederzugeben.

Wir denken, dass jede:r ein Recht darauf hat, das eigene Leben so zu gestalten, wie sie oder er es möchte. Auch sollte Einzelpersonen oder Paaren aus unserer Sicht nicht vorgeschrieben werden, ob und wie sie eine Familie zu planen haben. Die Frage nach der „richtigen“ Anzahl der Kinder geht ebenfalls in diese Richtung. Eine klare Antwort gibt es hierzu pauschal definitiv nicht.

Zweites Kind: Ja oder nein?

„Wäre ein Geschwisterchen nicht toll?“, „Wann bekommt sie denn ein Brüderchen?“ oder „Wollt ihr nicht auch noch ein Mädchen haben?“ – solche Fragen sind oft nicht böse gemeint. Üben aber in mancher Situation Druck aus, den gerade junge Menschen oder Eltern nicht gebrauchen können.*

Natürlich ist es in vielerlei Hinsicht wunderbar, wenn Kinder Geschwister bekommen. Große Familien sind ein Traum für alle, die sich damit identifizieren können. Aber es sollte hier kein Muster aufgezwungen werden, das für die einen gut, für die anderen aber weniger gut ist.

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Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test

Folgende Pro- und Contra-Fragen sollen nicht herzlos klingen. Es ist auch kein eindeutiger Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test. Wer ohnehin überzeugt ist, dass ein zweites Kind kommen soll, möchte die Punkte vielleicht nur einmal überfliegen. Eltern, die sich aber gar nicht sicher sind, dienen die Fragen eventuell etwas als Entscheidungshilfe.

Ganz wichtig! Die Anzahl der eigenen Kinder ist eine extrem persönliche und private Angelegenheit. Niemand soll und muss sich von außen hereinreden lassen, wenn sie oder er das nicht möchte. Am Ende müssen die potenziellen Eltern die Entscheidung für sich treffen – denn sie sind es, die für sich und die das oder die Kinder verantwortlich sind.

Zweites-Kind-Fragen als Entscheidungshilfe

  1. Wird ein Geschwisterchen dem ersten Kind der Familie guttun?
  2. Ist unsere finanzielle Situation stabil genug für ein weiteres Kind?
  3. Haben wir genügend Platz in unserer Wohnung oder unserem Haus?
  4. Sind wir als Eltern bereit, die zusätzliche Verantwortung zu übernehmen?
  5. Wird ein zweites Kind die Familienbindung stärken oder gibt es hier Bedenken?
  6. Ist die gesundheitliche Situation der Mutter geeignet für eine weitere Schwangerschaft?
  7. Gibt es kulturelle oder religiöse Gründe, die für ein zweites Kind sprechen?
  8. Wünschen wir uns wirklich mehr Kinder in unserer Familie?
  9. Sind wir bereit, unsere Karrierepläne danach anzupassen?
  10. Würde ein zweites Kind unser Lebensglück erhöhen?

Zweites Kind: Pro und Contra

Die Fragen sind nicht nach Wichtigkeit o.Ä. geordnet, da auch hier alle für sich entscheiden müssen, was im Vordergrund steht. Um drei Fragen herauszugreifen: Die erste Frage könnte sehr relevant sein, wenn das erste Kind aus besonderen Gründen eine engere Betreuung erfordert als andere. Die sechste Frage zur Gesundheit der Mutter ist z.B. dann zentral, wenn die erste Geburt zu Komplikationen geführt hat. Die letzte Frage ist sicher sehr schwer zu beantworten – denn niemand weiß, wie die Zeit mit dem zweiten oder dritten Kind wird.

Schauen wir uns nun noch einmal einige verbreitete Fragen an, die sich junge Eltern stellen, wenn sie über das zweite Kind nachdenken. Hier haben wir auch einige unserer Erfahrungen einfließen lassen, die sich auf keinen Fall verallgemeinern lassen. Schaut bitte immer gut, wie eure Situation ist, wenn ihr eine so wichtige Entscheidung trefft.

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Ist das zweite Kind anstrengender als das erste?

Ja! Kinder sind wundervoll, aber auch immer anstrengend. Ein zweites Kind ist schon allein deshalb anstrengender, weil es zusätzliche Energien erfordert und das erste Kind (je nach Alter) nach wie vor (intensiv) umsorgt werden muss. Gleichzeitig haben Eltern schon eine gewisse Übung, wenn das zweite Kind kommt. Die hat aber Grenzen, weil die älteren Kinder in der Regel noch nicht so viel älter sind.

In unserem Fall war das zweite Kind deutlich anstrengender als das erste, weil die Schwangerschaft komplizierter als erwartet war. Auch hatten wir beim ersten Kind Schlafglück. Unsere erste Maus war eine absolute Langschläferin, das hatten wir für die zweite ebenso gehofft. Lagen aber eindeutig falsch. ?

Was ist der beste Altersabstand beim zweiten Kind?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Manche Pädagogikprofis empfehlen einen Abstand von ca. drei Jahren. Dadurch könne das ältere Geschwisterchen in Ruhe Baby bzw. Kleinkind sein. Es gibt aber andere, die sagen, dass wenig Abstand viele Vorteile hat. Z.B. ist die Phase mit sehr kleinen Kindern dann nicht ganz so lang. Und bei weniger Abstand können die Geschwister auch gut zusammenspielen.

Das sind alles wichtige Punkte, die man beachten muss. Aber Schwangerschaften lassen sich ja ohnehin nicht immer so leicht planen. Bei unseren drei Kindern sind es tatsächlich jeweils rund drei Jahre Abstand. Das tat gut, weil wir uns nach jedem Kind etwas „erholen“ konnten (Schlaft etc.). Aber natürlich ist der Abstand zwischen dem kleinsten und größten dadurch recht groß.

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Ist das zweite Kind ein „Beziehungskiller“?

Oje, noch so eine Frage, die echt schwer zu beantworten ist. Das Wort stammt aus einigen Foren im Netz – und die Frage ist wichtig, wenngleich der Begriff etwas hart klingt. Ja, Kinder sind eine Belastung für die Eltern. Mütter, die ein Kind bekommen, schaffen Unglaubliches, von dem sie sich erst einmal erholen müssen. Auch für die Partner:innen und die Beziehung ist das immer eine Umstellung.

Bei einem zweiten Kind wächst das Familienglück, aber auch die Aufgaben und Belastungen werden in der Regel größer. Hinzu kommen Themen wie Konkurrenz und Eifersucht unter Geschwistern. Kümmern sich die Eltern als Paar um das Kind, ist es nicht leicht, die eigene Beziehung zu pflegen. Dass das sehr wichtig ist, steht aber außer Frage. Ob als Paar oder alleinerziehend – junge Eltern von mehreren Kindern müssen umso mehr auf sich achten. Nur so haben sie ausreichend Kraft, um sich gut um die Kleinen zu kümmern.

Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test – Fazit

Zweites Kind – ja oder nein? Dieser Artikel kann das also definitiv nicht beantworten. Wir sind mit unseren drei Kindern sehr glücklich, hatten und haben aber echt anstrengende Phasen. Wir haben vor dem nächsten Kind immer intensiv besprochen, ob wir das als Paar bzw. Eltern mit allen Eventualitäten gerne möchten und gut schaffen können. Bisher läuft alles gut, aber es warten auch noch einige Herausforderungen. Spätestens Pubertät und so. Wir werden natürlich weiterhin Updates mit euch teilen, wie sich alles entwickelt. Wie das Netz über ein zweites Kind diskutiert, haben wir in diesem Blogartikel für euch zusammengefasst.

*Wenn wir über Eltern reden, meinen wir natürlich jede Art von Eltern – ganz gleich, ob zu zweit oder alleinerziehend, ob anders- oder gleichgeschlechtlich.

Artikelbild: Unplash / Josue Michel; Schlagworte: Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test

Infos vom Ministerium: 

Geschwisterkinderwunsch – schwerer, leichter oder auf seine Art besonders?

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2 Antworten

  1. Der Artikel ist sehr schön.
    Allerdings nur aus Sicht von jungen Eltern geschrieben, wie auch mehrmals erwähnt.
    Was ist denn mit den alten Eltern, die erst spät ihren Kinderwunsch erfüllen konnten?
    Wir sind 43 und 42 Jahre, unser Sohn ist fast 3 Jahre alt. Die Frage nach einem 2. Kind ist bei uns aktuell sehr schwer zu beantworten. Und der Druck der durch die verstreichende Zeit, ist immens.

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Die Autoren

Imke und Jonny

Imke und Jonny sind Eltern von drei Kindern und bloggen auf moderne-familie.de über ihren Lebens- und Familienalltag – vom Windelwechseln über Familienreisen bis hin Erziehungsfragen. Außerdem befassen sich sie sich in Interviews und Fachbeiträgen mit Familienkonzepten im Wandel.

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