Kein zweites Kind wegen

Kein zweites Kind? So diskutiert das Internet über mehr Nachwuchs

Ein zweites Kind kann das fehlende Puzzlestück sein, um ein Paar zu einer (kompletten) Familie zu machen. Es bringt aber auch zahlreiche Herausforderungen mit sich, die sowohl die Eltern, die Kinder als auch die Familienkonstellation als Ganzes belastet. Wir haben uns genauer angeschaut, welche Gründe besonders häufig für und gegen ein zweites Kind angeführt werden. Kein zweites Kind? So diskutiert das Internet über mehr Nachwuchs.

In wohl jeder Epoche der Menschheit gab es bestimmte Ideale hinsichtlich der Familie. Heutzutage finden sich weltweit unterschiedlichste Modelle und Gedanken dazu, was denn eine „gute“ Familie ausmacht.

Kulturelle und soziale Familienideal im Vergleich

In manchen Kulturkreisen gelten viele Kinder als ideal, in vielen westlich geprägten Kinder ist die Geburtenrate in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. Glücklicherweise ist in toleranten Gesellschaften der Druck auf Paare, Eltern und Familien zurückgegangen, was die Art der Familie angeht.

Natürlich gibt aber es weiterhin – zumindest unterschwellig – gewisse Vorstellungen, die z.B. durch die Politik oder die Medien besonders präsent sind. Auch in kleineren sozialen Kreisen, etwa im Umfeld von Freund:innen und Familie, wird man auf bestimmte Familienideale treffen.

Langer Weg zu mehr Unterstützung für alle Familien

Menschen, die eine Familie gründen bzw. Kinder haben möchten, kann man nur dazu raten, sich intensiv untereinander auszutauschen, um gemeinsam herauszufinden, was der richtige Weg ist. Langsam finden auch moderne Familienmodelle, wie z.B. gleichgeschlechtlicher Paare oder bewusst alleinerziehender Menschen mehr Akzeptanz und Unterstützung.

Zugleich ist es noch ein langer Weg, bis alle Menschen ihre Wunschfamilie gründen und leben können, ohne diskriminiert zu werden. Noch immer ist z.B. in Ländern wie Deutschland das Bild des heterosexuellen (blonden) Paares mit ein bis zwei Kindern eine Art Idealvorstellung, die beispielsweise in Fernsehwerbung wieder und wieder präsentiert wird.

Die Frage nach der passenden Familiengröße

Auch viel diskutiert wird seit jeher die passende oder ideale Familiengröße. Die zusammengefasste Geburtenziffer der Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit sank laut Statistischen Bundesamt im Jahr 2022 auf 1,36 Kinder je Frau. Sie war damit um 9% niedriger als noch im Jahr zuvor.

Die Überalterung der Gesellschaft ist bei stagnierender oder sinkender Geburtenrate nicht nur in Deutschland ein wachsendes Problem. Zugleich beklagen Familien mit vier oder mehr Kindern nicht selten, dass sie aufgrund der Familiengröße ausgegrenzt und benachteiligt werden.

Kein zweites Kind? So wird im Internet diskutiert

Statistisch gesehen haben die meisten Familien in Deutschland nur ein Kind. Woran liegt es, dass sich viele Eltern nicht für ein zweites entscheiden? Eine Entscheidungshilfe für die Überlegungen für oder gegen ein zweites Kind haben wir schon in einem früheren Blogartikel vorgestellt.

Im weiteren Verlauf dieses Artikels schauen wir uns an, wie im Internet darüber diskutiert wird, warum sich Eltern von einem Kind für ein zweites und laut Statistik eben doch häufiger gegen weiteren Nachwuchs entscheiden. Als Eltern von drei Kindern werden wir am Ende auch unsere persönlichen Gedanken teilen.

Zweites-Kind-Ja-oder-Nein-Test – Erfahrungen, Tipps und Entscheidungshilfen

Google-Suche über das Stichwort „Kein zweites Kind“

Gibt man bei Google die Suchphrase „Kein zweites Kind“ ein, findet man Vorschläge für ähnliche Suchen. Diese verwandten Suchphrasen basieren auf den häufigsten Google-Recherchen zum Thema. Wir haben sie einmal als Liste zusammengefasst:

  • „Das zweite Kind war ein Fehler“
  • „Traurig, weil kein zweites Kind
  • „Das zweite Kind ist oft der Knackpunkt
  • „Abschied Kinderwunsch 2. Kind
  • „Keine Nerven für zweites Kind
  • „Mann will kein zweites Kind Trennung
  • „Bereue es, zweites Kind bekommen zu haben
  • „Kein zweites Kind wegen Schlafmangel“

Hier lässt sich schon erahnen und teils eindeutig erkennen, was viele Eltern von einem Kind davon abhält, ein zweites zu bekommen. Schlichtweg empfinden es zahlreiche Eltern als zu anstrengend, ein zweites Kind zu bekommen; manchmal geht es auch nur einem Elternteil so. Gar nicht selten liest man auch davon, dass es Eltern bereuen, überhaupt Kinder bekommen zu haben.

Gründe für ein zweites Kind im Internet

Werfen wir nun aber erst einmal einen Blick auf Argumente, die laut Netizens, also diversen Usern und Quellen im Netz, für ein zweites oder mehrere Kinder sprechen. Die folgenden Einschätzungen haben wir aus Blogs, Foren und Publikationen zusammengestellt.

  • „Geschwister sind die besten Freunde, die man im Leben haben kann.“ (von einer Postkarte)
  • „Ein zweites Kind ist wie ein Sechser im Lotto.“ (aus einem Forum)
  • „Mit zwei Kindern ist es zwar manchmal doppelt so anstrengend, aber auch doppelt so schön.“ (von einem Blog)
  • „Geschwisterkinder lernen schon früh Rücksichtnahme, Teilen und soziales Miteinander.“ (aus einem Online-Erfahrungsbericht)
  • „Zweite Kinder sind oft selbstbewusster und resilienter als Einzelkinder.“ (aus einem Forum)
  • „Die Freude und Liebe, die ein zweites Kind mit sich bringt, ist unvergleichlich.“ (aus einem Online-Erfahrungsbericht)
  • „Eine Familie mit zwei Kindern ist einfach lebhafter und bunter.“ (von einem Blog)
  • „Geschwister können sich gegenseitig unterstützen und trösten, wenn es ihnen schlecht geht.“ (aus einem Forum)
  • „Zwei Kinder zu haben bedeutet, dass man immer jemanden zum Reden und Lachen hat.“ (von einem Blog)
  • „Mit zwei Kindern wird es nie langweilig.“ (aus einem Online-Erfahrungsbericht)

Laut diesen Aussagen und Einschätzungen kann es für alle Beteiligten sogar viel schöner sein, in einer Familie mit mehr als einem Kind zu leben. In der Tat gibt es einige Gründe, die für eine große Familie sprechen. Dass Geschwister voneinander lernen und profitieren können, stimmt genauso wie die Aussage, dass Eltern von mehreren Kinder ein sehr schönes und vielseitiges Familienleben haben können. Doch natürlich gibt es auch im Netz weitere Aussagen, welche die positiven Folgen von einem zweiten oder mehreren Kindern infrage stellen.

Kein zweites Kind? So argumentieren Menschen im Netz

  • „Kinder sind ein teures Vergnügen. Mit zwei Kindern muss man gut kalkulieren können.“ (aus einem Forum)
  • „Zwei Kinder bedeuten weniger Zeit für mich selbst und meinen Partner.“ (von einem Blog)
  • „Geschwister können die Beziehung zwischen den Eltern auf die Probe stellen.“ (aus einem Online-Erfahrungsbericht)
  • „Mit zwei Kindern ist es oft doppelt so stressig und anstrengend.“ (aus einem Forum)
  • „Es kann schwierig sein, allen Kindern gerecht zu werden.“ (von einem Blog)
  • „Geschwister streiten sich oft und können sehr nervig sein.“ (aus einem Forum)
  • „Mit zwei Kindern ist es schwieriger, zu verreisen oder etwas zu unternehmen.“ (aus einem Online-Erfahrungsbericht)
  • „Man muss mehr Platz und ein größeres Auto haben.“ (von einem Blog)
  • „Zweite Kinder kommen oft zu kurz, weil die Eltern sich mehr um das erste Kind kümmern müssen.“ (aus einem Online-Erfahrungsbericht)

Eindeutig gibt es demnach auch viele Aspekte, die dazu führen können, dass Eltern sich gegen ein zweites Kind entscheiden. Hierzu gehören emotionale Gründe, die das Elternpaar und/oder die Kinder betreffen. Aber auch ganz praktisch gesehen wird es mit einem weiteren Kind in vielerlei Hinsicht nicht einfacher, ein gutes (Familien-)Leben zu haben.

Kinder bereuen? Was wir über das Elternsein dachten – und wie es wirklich ist

Kein zweites Kind? Einschätzung als dreifache Eltern

Was sagen wir denn als Eltern von drei Kindern? Uns ist es ganz wichtig zu betonen, dass wir nur für uns und unsere Situation sprechen können. Wie wir im oben erwähnten Blogartikel geschrieben haben, ist in unseren Augen die Entscheidung für ein weiteres Kind eine sehr persönliche.

Sie hängt von vielen Faktoren, wie der Bereitschaft für zusätzliche Verantwortung, dem Wunsch nach mehr Kindern in der Familie, der finanziellen Situation, dem Platzangebot etc. ab. Aus unserer Sicht gibt es keine pauschale Antwort und jede Familie sollte das individuell entscheiden​​.

Entscheidungen langfristig und nicht unter Druck treffen

Wenn wir überhaupt einen Ratschlag haben, ist es derjenige, dass Eltern, die über ein zweites Kind nachdenken, sich von niemandem unter Druck setzen lassen und die langfristige Situation im Blick haben sollten. Oma und Opa wünschen sich mehr Enkelkinder? Das ist wunderbar, aber das sollte nicht der alleinige Grund für mehr Kinder sein.

Ihr fühlt euch aktuell einfach zu müde und schwach, um noch ein Kind zu haben? Dann nehmt euch die nötige Zeit und macht euch auch gegenseitig keinen Druck. Bei uns haben die Kinder einen Abstand von rund drei Jahren. Natürlich hat es auch Vorteile, wenn die Kinder altersmäßig näher beieinander sind. Doch für uns war und ist dieser Altersabstand nötig und gut.

Kinder sind und bleiben schön und anstrengend

Kinder sind und bleiben aus unserer Sicht wunderbar – und anstrengend. Obwohl unsere noch nicht im Teenager-Alter sind, sind wir uns sicher, dass das auch in dieser Phase so bleiben wird. Aktuell sind wir aber erst einmal froh, dass unsere Kleinste durchschläft und sich von Schnuller und Windel verabschiedet.

Das ist auch irgendwie beruhigend und ermutigend. Jede Phase als Eltern hat schöne und schwierige Seiten. Jede noch so anstrengende Phase geht aber auch eines Tages vorbei. Das heißt aber nicht, dass jemand weitere Kinder haben muss, wenn das nicht den eigenen Wünschen entspricht.

Wir persönlich würden natürlich niemals auf unsere drei Kinder verzichten möchten. Obwohl es echt anstrengende Phasen gab und gibt, war es immer unser Wunsch, mehrere Kinder zu haben. Nach jedem Kind haben wir uns trotzdem nochmals in Ruhe zusammengesetzt und gemeinsam besprochen, was wir schaffen können und schaffen möchten.

Kein zweites Kind? Zusammenfassung und Fazit

Insgesamt denken wir, dass alle Eltern gut für sich selbst schauen sollten, ob sie ein zweites Kind oder noch mehr Nachwuchs haben möchten. Pauschale Weisheiten wie „Das zweite/dritte Kind läuft dann einfach so mit“ oder „Das zweite/dritte Kind wirft alles über den Haufen“ haben sich bei uns nicht bewahrheitet.

Es macht bestimmt Sinn, sich ab und zu Tipps zu holen und sich mit (Groß-)Eltern auszutauschen, die in einer ähnlichen Phase sind oder waren. Am Ende sollten Eltern aber immer gut für sich selbst schauen, wie sie ein glückliches Familienleben erreichen, das sie so gestalten können, wie es für sie gut ist.

Wir wünschen euch von Herzen nur das Beste für eure Familie – ganz egal, wie groß oder klein sie ist. 

Artikelbild: Vitolda Klein / Unsplash 

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Die Autoren

Imke und Jonny

Imke und Jonny sind Eltern von drei Kindern und bloggen auf moderne-familie.de über ihren Lebens- und Familienalltag – vom Windelwechseln über Familienreisen bis hin Erziehungsfragen. Außerdem befassen sich sie sich in Interviews und Fachbeiträgen mit Familienkonzepten im Wandel.

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