Das erste Konto fürs Kind – worauf Eltern beim Kinderkonto achten sollten

Das erste Konto fürs Kind – worauf Eltern beim Kinderkonto achten sollten

Finanzielle Bildung beginnt früh – und ein eigenes Konto ist dabei ein wichtiger Schritt für Kinder und Jugendliche. Es ermöglicht ihnen, erste Erfahrungen im Umgang mit Geld zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen. Doch welches Kinderkonto ist das richtige und worauf sollten Eltern bei der Auswahl achten?

Auf dem Weg zum Erwachsenwerden gibt es viele Meilensteine. Dazu zählen auch das erste Taschengeld und ein eigenes Konto. Mit eigenem Girokonto können Kinder und Jugendliche Geldgeschenke der Familie, Kindergeld oder das erste Geld aus Minijobs oder Ausbildung managen und Verantwortung lernen.

Eltern sollten jedoch wissen, auf welche Funktionen es ankommt und wann der Zeitpunkt fürs Kinderkonto gekommen ist. Dieser Artikel zeigt, welche Kriterien wichtig sind. Angesichts der vielfältigen Angebote und Funktionen ist es mitunter nicht so leicht, den Überblick zu behalten.

Ab wann können Eltern ein Kinderkonto eröffnen?

Bei den meisten Banken können Kinder ab sieben Jahren ein Kinderkonto mit Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten eröffnen. Ab diesem Alter gelten Kinder als eingeschränkt geschäftsfähig. Hierbei gelten jedoch die Vorgaben des sogenannten Taschengeldparagrafen 110 im Bürgerlichen Gesetzbuch.

Demnach dürfen Kinder ab sieben selbst mit eigenem Konto nur für einen überschaubaren Wert Anschaffungen tätigen. Ab wann die Eröffnung möglich ist, variiert je nach Bank. So bieten bestimmte Banken erst ab zehn bis zwölf Jahren Kinderkonten an, andere wiederum ab sieben Jahren. Sparkonten sind hingegen ab Geburt möglich.

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Altersgrenzen für ein Kinderkonto

Als Sparkonto/Sparbuch Ab Geburt durch Eltern/Erziehungsberechtigte möglich
Als Kindergirokonto Ab sieben Jahren mit Zustimmung beider Eltern/Erziehungsberechtigter möglich, da Kinder ab diesem Alter als eingeschränkt geschäftsfähig gelten (variiert je nach Bank)
Als Jugendkonto Je nach Bank meist fließender Übergang zwischen Kinder- und Jugendkonto oder Konten speziell für Azubis, Studierende, Wehrdienstleistende und FSJ

Was unterscheidet ein Kinderkonto vom Sparkonto?

Ein Sparkonto oder auch Sparbuch hat als Geldanlange für Kinder schon seit 1818 Tradition. Im Gegensatz zum moderneren Kinderkonto dienen Sparkonten jedoch als Anlagekonten, in denen nur Ein- und Auszahlungen plus Zinsen vermerkt werden.

Kinderkonten wiederum funktionieren wie Girokonten auf Guthabenbasis und bieten je nach Alter des Kindes eingeschränkte Funktionen. Mit fortschreitendem Alter ist auch die Verwendung von Debitkarten sowie Online-Banking möglich.

Je nach Bank könnt ihr ein Sparkonto sogar so anlegen, dass es in ein Kinderkonto übergeht. Bis zum Stichtag können Kinder nicht darauf zugreifen und somit keine eigenen Anschaffungen mit dem Geld tätigen.

Auswahl des ersten Kontos für Kinder – vier wichtige Kriterien

Kinderkonten können grundsätzlich dieselben Funktionen wie gängige Girokonten bieten. Dazu zählen Ein- und Ausgänge von Zahlungen, Daueraufträge, Überweisungen sowie Online-Banking. Welche Funktionen dazu gehören und ob alles kostenlos ist, hängt vom Bankinstitut und vom Alter ab. Deswegen gilt es bei der Auswahl des geeigneten Kinderkontos folgende Kriterien zu prüfen:

  • Kontrolle und Sicherheit: Ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten ist die Eröffnung eines Kinderkontos nicht möglich. Trotzdem solltet ihr darauf achten, welche Funktionen die Bank bietet, um Ein-/Auszahlungen, Höchstbeträge und Kartennutzung zu kontrollieren. Wöchentliche oder monatliche Höchstbeträge zum Abheben solltet ihr festlegen können. Zudem solltet ihr von der Bank spezielle Karten für Kinderkonten angeboten bekommen. Dazu gehören je nach Bank zum Beispiel auch Prepaid-Kreditkarten zusätzlich zur Girokarte. Wichtig ist auch, sich für ein Kinderkonto mit „Card Control“ Funktion zu entscheiden. Hier lassen sich unter anderem die Debitkarte temporär sperren und entsperren, bestimmte Händlerkategorien ausschließen und Eltern erhalten Push-Benachrichtigungen über alle Transaktionen und behalten so den Überblick über alle Ausgaben.
  • Kontogebühren und Kosten: In der Regel sind Kinderkonten bis zu einem bestimmten Höchstalter kostenlos. Je nach Bank gibt es jedoch Unterschiede. So kann das kostenlose Kinderkonto bis zur Volljährigkeit oder auch bis zum 27. oder 28. Lebensjahr reichen. Abhängig von der Bank kann das Kinderkonto für Schüler, Studenten, Azubis, Wehrdienstleistende oder im FSJ auch über 18 kostenlos bleiben. Andere Banken bieten kostenlose Kinderkonten nur bei einem bestimmten Mindestgeldeingang monatlich. Achtet auch darauf, ob und wann Geldabheben kostenlos ist.
  • Online-Banking: Ein eigenes Konto ohne Online-Banking-Funktionen macht heute kaum Sinn, denn Geldgeschäfte laufen zunehmend digital ab. Prüft daher, ob und welche Funktionen gewünscht und von der Bank für Kinder bereitgestellt werden. Wichtig für Eltern ist zudem ein separater Online-Zugang, um das Konto ihrer Kinder bis zur Volljährigkeit zu verwalten und per App zu kontrollieren.

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Konten, die mitwachsen – vom Kinderkonto zum Jugendkonto

Besonders praktisch sind „mitwachsende Kinderkonten“. Das bedeutet, dass je nach Alter des Kindes oder der Jugendlichen neue Funktionen zur Verfügung stehen. So kann das einfache Anlagenkonto oder Sparbuch automatisch in ein Kinderkonto übergehen. Dieses kann wiederum ab dem 18. Lebensjahr zum Jugendkonto oder Studentenkonto werden.

Wichtige Funktionen, die ein Kinderkonto bieten sollte

Unabhängig von der Bank sollte ein Kinderkonto euch und euren Kindern folgende Leistungen bieten:

  • Online-/Mobile-Banking: Durch einen separaten Online-Banking-Zugang sowie eine Kartenkontrolle für Eltern beispielsweise durch eine Mobile App solltet ihr Kontobewegungen jederzeit im Blick haben. Gleichzeitig sollte euer Kind bereits erste Schritte im Online- und Mobile-Banking lernen.
  • Karten- und Kontosicherheit: Ihr solltet das Konto oder die Karte temporär oder dauerhaft per Banking-App, Online-Banking oder per Telefon sperren und entsperren können.
  • Höchstgrenzen für Ausgaben: Ihr solltet als Eltern festlegen können, wie viel Geld täglich, wöchentlich oder monatlich abgehoben oder per Kartenzahlung ausgegeben werden darf.
  • Auswahl an Karten: Eine Girokarte oder Debitkarte sollte zum Konto dazugehören, um Kindern den Umgang mit eigenem Geld zu ermöglichen. Zusatzkarten können Prepaid-Karten umfassen, die nur mit Guthaben funktionieren. Auch Prepaid-Kreditkarten sind je nach Bank möglich, um beispielsweise Kartenzahlungen auch im Ausland zu ermöglichen. Diese sollten sich per App kontrollieren und mit Ausgabenlimits versehen lassen.

Kann ein Kinderkonto überzogen werden?

Gemäß § 107 des BGB müssen Kinder rechtlich gegen Verschuldung abgesichert sein, auch beim Kinderkonto. Banken bieten daher weder Dispo noch Kreditrahmen für Kinderkonten. So bleibt das Überziehen von Kinderkonten ausgeschlossen.

Steht an der Kasse jedoch eine Zahlung nur mit Girocard und Unterschrift zur Auswahl, so geht es auch ohne Kontodeckung. Bleibt das unbemerkt, kann es zu Mahnungen und Inkasso-Verfahren kommen.

Die Lösung: Fragt bei der Bank, ob die Girokarte gekennzeichnet werden kann, sodass Kassierer:innen über die Minderjährigkeit informiert werden. Klärt eure Kinder auch darüber auf, dass sie gemäß Anwenderauswahl auf eine PIN-Eingabe bestehen können.

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Wissenswertes zum Konto für Kinder im Fazit

Mit eigenem Konto geht viel Verantwortung einher. So können Kinder finanzielle Selbstbestimmung lernen und sich auf eine Erwachsenenwelt, in der sich vieles um Geld dreht, vorbereiten. Das kann und sollte jedoch nie ohne Zustimmung und Begleitung der Eltern oder Erziehungsberechtigten geschehen.

Gleichzeitig sollten diese immer bedenken, dass das Geld auf dem Kinderkonto den Kindern und Jugendlichen gehört. Nutzt daher die Gelegenheit, um eurem Kind Verantwortung und finanzielle Freiheit zuzutrauen und es gleichzeitig über Vorteile und Risiken eines eigenen Kontos aufzuklären.

Artikelbild: Unsplash / Andre Taissin

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