Medienzeit für Kinder Tabelle

Medienzeit für Kinder – wie viel Zeit vor dem Bildschirm ist in Ordnung?

Heutzutage ist es für Eltern eine Herausforderung, die Medienzeit der eigenen Kinder richtig zu managen. Mit der Flut von Apps, Games und Streaming-Diensten stehen wir vor der schwierigen Frage: Was ist für Kids empfehlenswert oder zumindest noch vertretbar und was ist zu viel? In diesem Artikel schauen wir uns an, was Fachleute sagen und geben praktische Tipps. Medienzeit für Kinder – wie viel Zeit vor dem Bildschirm ist in Ordnung?

Heutzutage lauert überall ein kleiner, mittlerer oder großer Bildschirm, oder? Wir als Erwachsene ertappen uns sicher oft dabei, dass wir auf das Handy, das Tablet oder den Laptop schauen, obwohl wir Besseres tun könnten. Damit sind wir nicht unbedingt ein gutes Vorbild für unsere Kinder.

Wir leben aber nun einmal in einer digitalen Welt, die überfüllt mit medialen Angeboten ist. Wie können wir unsere Kids im Medienkonsum gut begleiten, wenn es uns selbst als Erwachsene manchmal schwerfällt, damit klug umzugehen?

Medienzeit für Kinder – mögliche Nachteile laut Forschung

Die wissenschaftliche Forschung hat untersucht, wie sich die Bildschirmzeit auf die Entwicklung von Kindern auswirken kann. Studien haben gezeigt, dass übermäßiger Medienkonsum grundsätzlich zahlreiche Nachteile mit sich bringt.

Zu den negativen Auswirkungen zählen unter anderem Aufmerksamkeitsdefizite, Schlafstörungen und sogar ein erhöhtes Risiko für Angstzustände. Zu viel Medienzeit kann auch zu körperlichen Problemen wie Übergewicht führen.

Medienrisiken für die kindliche Entwicklung

Bei Kindern sind die Nachteile teils besonders gravierend, weil diese sich ja noch in der Entwicklung befinden. Durch langjährigen, übermäßigen Medienkonsum kann die kognitive Entwicklung, also etwa die Sprachentwicklung und elementare Lernfähigkeiten, beeinträchtigt werden.

Aber keine Panik: Das bedeutet nicht, dass eine halbe Stunde vor der Lieblingsserie zu schlimmen Folgen führt. Ganz im Gegenteil kann ein gut regulierter Umgang mit pädagogisch wertvollen Medienhalten sogar Bildungsvorteile mit sich bringen.

Mögliche Vorteile durch sinnvolle Mediennutzung

In der heutigen Zeit ist es schließlich wichtiger denn je, bei (älteren) Kindern auch digitale und mediale Kompetenzen fördern. Neue Technologien wie die KI haben zu Folge, dass in künftigen Berufen noch mehr digitale Skills notwendig sind. Hier ist es wichtig, den richtigen Einstieg in die Medien zu finden.

Schulfach KI – welche neuen Schulfächer brauchen wir wirklich?

Kindern jede Form von Medien langfristig zu verbieten, ist ohnehin fast unmöglich und einfach realitätsfremd. Früher oder später werden Kids sowieso darauf aufmerksam. Verbotenes wird häufig noch reizvoller, wodurch sie dann schlimmstenfalls noch mehr Medienzeit einfordern.

Medienzeit für Kinder – Tabelle mit Lebensjahren

In der folgenden Tabelle findet ihr die Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dabei handelt es sich also um die Ratschläge, die von der deutschen Regierung vertreten werden. Wer jetzt sagt, dass das aber sehr streng ist, wird sich wundern. Es gibt Experten, die sogar noch weniger Zeit empfehlen.

Alter der Kinder Bildschirmzeit pro Tag
Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren keine Bildschirmmedien
Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren höchstens 30 Minuten
Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren höchstens 45–60 Minuten
Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahre höchstens 60 Minuten

Es ist aber auch wichtig zu betonen, dass die Zeiten gelegentlich verteilt und Ausnahmen gemacht werden können. So wäre zum Beispiel für eine 7-Jährige ein etwas längerer Film (z.B. 80 Minuten) in Ordnung, wenn dafür an einem anderen Tag der Woche kein TV geschaut wird.

Konkrete Beispiele zur Medienzeit für Kinder

Wie kann das Ganze im Alltag aussehen? Ein 6-jähriges Kind könnte beispielsweise 15 Minuten eine Lern-App nutzen und dann noch eine Folge der Lieblingsserie anschauen. Natürlich sind besonders solche Serien und (später) Filme zu empfehlen, die Kindern sinnvolles Wissen vermitteln.

Ein 10-jähriges Kind könnte am Wochenende eine Hälfte eines Films anschauen und dann noch etwas Zeit mit einem Computerspiel verbringen. Dabei ist es ebenso wichtig zu schauen, dass die Games einen pädagogischen Wert haben und nicht etwa Gewalt verherrlichen.

Mögliche Ausnahmen bei besonderen Anlässen

Es steht ein Fußballspiel an, dass alle in der Familie begeistert. Dann darf bei älteren Kids natürlich mal eine Ausnahme gemacht werden. Idealerweise wird dann am nächsten Tag aber mal Bildschirmpause gemacht. An Feiertagen oder bei besondere Familienereignissen ist es ebenfalls okay, die Regeln etwas lockerer zu handhaben.

Es geht bei alledem also nicht darum, penibel jede Minute vor dem Bildschirm zu kontrollieren. Auf längere Sicht ist es aber einfach im Interesse der Kinder, dass diese nicht nur vor dem TV, Computer oder Smartphone sitzen. Hier ist es essenziell, dass wir als Eltern ein gutes Vorbild sind und spannende Alternativen anbieten.

Medienzeit für Kinder – 7 Erziehungstipps für Eltern

Zur Gestaltung einer gesunden Medienzeit für Kinder können folgende praktische Tipps als Richtlinien dienen. Kindern fällt es bekanntlich leichter, sich an Regeln zu halten, die sie einfach verstehen können und die auch von den Eltern so oder ähnlich vorgelebt werden.

  1. Klare Regeln für die Nutzung von Fernseher, Computer, Spielekonsole oder Smartphone 
  2. Festgelegte Medienzeit, die nicht zwingend täglich stattfinden muss und für die Ausnahmen gelten
  3. Bildschirmzeit gemeinsam mit dem Kind verbringen oder darauf achten, was konsumiert wird
  4. Ab und zu Gespräche über die angeschauten Sendungen, Spiele und Lieblingsfiguren führen
  5. Auf altersangemessene Inhalte, Altersempfehlungen und Altersfreigaben achten
  6. Fernseher, Smartphone, Tablet oder Spielekonsole nicht im Kinderzimmer platzieren
  7. Medien nicht als Mittel nutzen, um Kinder zu beschäftigen oder ruhigzustellen​​
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Warum es so wichtig ist, Medienkonsum zu begleiten

Was bedeutet es, auf die Medienzeit für Kinder zu achten? Als Eltern können wir auf diese Weise die Bedürfnisse und die Entwicklung unserer Kinder berücksichtigen. Es geht nicht um Verbotet ihrer selbst willen, sondern darum, eine gesunde Mischung aus digitalen und nicht-digitalen Aktivitäten für unsere Kids zu gewährleisten.

Als Eltern sollten wir immer darauf achten, dass die Bildschirmzeit nicht zur Hauptbeschäftigung wird. Auch sollte Zeit mit Medien nicht zum Ersatz für das soziale Miteinander und sportliche Aktivitäten werden. Nicht zuletzt muss gerade bei älteren Kids und Teenagern auf ausreichenden Schlaf geachtet werden.

Inhaltlich sollten wir genau darauf achten, was konsumiert wird. Clips oder Filme, die Kinder überfordern, können eine psychische Belastung sein, die gerade im jungen Alter absolut unnötig ist. Mittlerweile gibt es wirklich viele hochwertige und altersgerechte Inhalte, die Kids in ihrer Entwicklung und Bildung unterstützen können.

Medienzeit für Kinder – Mitgestalten lohnt sich

Abschließend ist zu sagen, dass es hilfreiche Richtlinien gibt, die aber nicht als Einheitslösung dienen können und müssen. Wir sollten unsere Kinder verantwortungs- und vertrauensvoll beim Einstieg in die Medienwelt begleiten, sollten aber auch immer mal Ausnahmen erlauben.

Kids stundenlang vor dem Bildschirm zu parken, ist aber nicht nur aus psychologischer und pädagogischer Sicht Unsinn. Auf diese Weise fällt es ihnen auch langfristig schwerer, sich selbst zu beschäftigen und die eigene Kreativität zu entdecken und zu fördern. Das heißt also auch, dass wir als Eltern immer wieder noch mehr Entertainment aus dem Hut zaubern müssen, wenn wir anfangs keine guten Alternativen zum Bildschirm aufgebaut haben.

Entsprechend tuen wir als Eltern sowohl den Kids als auch uns selbst einen Gefallen, wenn wir von Anfang an auf einen gesunden Medienkonsum achten. Anders gesagt: Mit jedem Büchlein, das wir gemeinsam anschauen oder vorlesen, steigt die Chance, dass unsere Kleinen später auch mal ohne Medien entspannt durch den Tag (und das Leben) kommen werden.

Artikelbild: Unsplash / Kelly Sikkema

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Die Autoren

Imke und Jonny

Imke und Jonny sind Eltern von drei Kindern und bloggen auf moderne-familie.de über ihren Lebens- und Familienalltag – vom Windelwechseln über Familienreisen bis hin Erziehungsfragen. Außerdem befassen sich sie sich in Interviews und Fachbeiträgen mit Familienkonzepten im Wandel.

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